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Eva Jung Leaving Bibione...  |  1984, ich war ein ziemlich gewöhnlicher Teenager. Ich träumte vor mich hin und war auf dem ganz normalen, weil damals angesagten, Ökotrip. Demzufolge trug ich brav und überzeugt meine Jutetasche, Birkenstock und sagte nee zum AKW. Schultechnisch war ich schwerstens mit Algebra und Latein am Kämpfen und schaffte es gerade so, nicht sitzen zu bleiben.

Wie jedes Jahr im Sommer verbrachten meine Eltern ihren Urlaub in Bibione, einem unglaublich touristischen Badeort an der italienischen Adria. Ein Kaff, das ausschließlich aus Strand, Liegestühlen, Sonnenschirmen, Hotelbunkern und unzähligen kleinen Läden mit dem größten Angebot an Boggia-Kugeln, Softball-Tennisschlägern und Schwimmutensilien bestand. Für Fünfjährige paradiesisch, aber für einen Teenie Horror. Nein, ich muss da echt nicht noch mal hin! Habe die letzten 15 Jahre meines Lebens diesen Strand zu Genüge umgegraben, literweise Salzwasser geschluckt und nun muss auch mal gut sein.

Ich genoss es also, allein zu Hause zu bleiben und die Ferien nach meinem Gusto zu gestalten. Mein großer Bruder hatte mir ein paar Monate vorher eine Bibel übereignet. Irgendwie war der auf einem komischen Trip und meinte urplötzlich, das mit Gott müsse man ernster nehmen, da sei was dran, an dem, was in der Bibel so steht. Ich fand das recht komisch, dachte nur "Mein großer Bruder,... der Schlauberger." Aber irgendwie in diesen Sommerferien, so allein zu Hause, guckte mich dieses Buch plötzlich an. Ich begann also mal darin herumzublättern und fand es gar nicht so übel. "Zufälligerweise" fiel mir in dem Zusammenhang auch ein Bibellese-Heftchen in die Finger, hmm. War für so ein Bibelzeug gar nicht so schlecht aufgemacht.

Ich dachte, was wäre, wenn es Gott gibt und warum frage ich ihn nicht einfach, wenn ich was von ihm will...? Und dann, kaum zu glauben, passierte was. Plötzlich war da jemand aktiv an meinem Leben beteiligt. Ich begann, mit ihm meinen Kram zu besprechen und Gott lebte mit mir - meinen ganzen crazy Teenie-Alltag. In meinem Leben lief nicht immer alles glatt. Aber Gott wurde wie ein guter Freund für mich. Was sag ich denn, er war und ist mein BESTER Freund. Alles Einbildung, alles Zufall? Träum weiter, Eva! Nein, ich hab so viele "Zufälle" in meinem Leben erlebt, das übersteigt jede Zufallsquote.

Und warum gerade Gott und nicht Buddha oder was es da alles gibt?
Wenn man ihn mal kennengelernt hast, will man keinen Buddha mehr. Nein, Gott ist der einzige Gott, der uns die Hand hinstreckt und sagt: "Komm, ich helfe dir raus aus dem Schlamassel!" Bei diesen ganzen Religionen geht es immer nur darum, wen wir lieben. In Wirklichkeit steht und fällt alles damit, von wem wir uns lieben lassen. Ich entdeckte, dass dieser Gott, der sich uns in der Bibel vorstellt, der einzige Gott weit und breit ist, der sagt, dass er uns liebt. Bei allen anderen Religionen liebt uns keiner, es geht nur darum, besser zu werden, indem wir lieb, asketisch, friedlich, sozial, umweltfreundlich, tolerant, erleuchtet und was weiss ich was alles werden. Was wäre, wenn wir aufhören würden, immerzu an unserer reinen Weste herumzubasteln und einfach nur hinhörten, was Gott uns wirklich sagt: "Ich liebe dich, so wie du bist." Und überhaupt, wo wollen wir denn hin mit all unserer Anstrengung? Die Menschheit verbessern? Die Menschheit hat einen Virus, einen tödlichen. Neben all dem, was superschön hier ist, läuft doch auch ein gehöriger Teil verdammt daneben. Gott liebt die Menschen, so verkorkst sie auch sein mögen. Aber er sagt, dass wir sie mit unserem kurzen Atem nicht retten können. Brauchen wir auch nicht. Dafür sorgt er selbst. Er kann das.

Er kann alles, bis auf eines: Er kann und will uns niemals dazu zwingen, ihn zu lieben. Liebe und Zwang gehen für ihn nämlich nicht zusammen. So bleibt er dabei, uns auf alle möglichen und unmöglichen Arten unser ganzes Leben hindurch zuzusprechen, dass er uns liebt und dass er einen gigantisch guten Plan mit uns hat, wenn wir uns auf ihn einlassen. Auf diese Spur bin ich 1984 gekommen und auf der bin ich heute noch.

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